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Die Haller Radstation braucht frisches Geld

08.01.19
Kategorie: Aktuelles

Die Haller Radstation ist in vieler Hinsicht ein mustergültiges Projekt: Jugendliche werden an die Ausbildung herangeführt, die Station im ehemaligen Lager- und Umschlaggebäude des Haller Bahnhofs dient als Bindeglied zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln und Individualverkehr.

Kurzum: Das ganze passt perfekt ins Nahmobilitätskonzept der Stadt. Die möchte die Radstation auch erhalten, doch derzeit mangelt es am Geld. Denn zum 31. August lief die Förderung über das Programm BvB-pro aus – Land, Bundesagentur für Arbeit und europäischer Sozialfonds hatten die Radstation bezuschusst. Nun haben sich die Kriterien allerdings geändert, Maßnahmen für 19- bis 25-Jährige werden nicht mehr ausgeschrieben, die neue Zielgruppe der 15- bis 19-Jährigen passt nicht zum Projekt.

Betrieben wird die Radstation vom Ravensberger Jugendbildungshaus (RaJuBi), neben Parkplätzen, Reparatur, Verleih und dem Verkauf gebrauchter Räder bietet es im Gebäude zudem eine Lehrküche mit Schulungsraum an. Während die Küche über Fördermittel gesichert ist, sind die Mittel für die Radstation nun versiegt. „Das ganze läuft derzeit auf Sparflamme", berichtete der zuständige Fachbereichsleiter Hermann Bußmeyer nun im Jugend- und Sozialausschuss. „Aber wir erachten die Radstation als wichtig und möchten sie erhalten."
Mittelfristig soll die Anlaufstelle sogarzum öffentlichen Treffpunkt werden

Bis zum September waren zwei sozialpädagogische Mitarbeiter mit 30 und 19,5 Wochenstunden sowie ein Ausbilder mit 32 Wochenstunden für die Jugendlichen da – jetzt ist es noch ein sozialpädagogischer Mitarbeiter mit 32 Stunden. „Der ist allerdings ausgebildeter Zweiradmechaniker, nimmt die Arbeit der Jugendlichen ab und prüft alles", berichtete die neue Geschäftsführerin des RaJuBi, Jennifer Schmidt, im Ausschuss. Zudem arbeite man eng mit dem Fahrradhändler Avanti zusammen, bestelle dort Ersatzteile und hole fachlichen Rat.

Die Stadt Halle stellt die Radstation dem RaJuBi nicht nur mietfrei zur Verfügung, sie fördert das Projekt auch pauschal mit jährlich 20.000 Euro. Und seit September springt das Rathaus auch bei den Personalkosten mit 1.700 Euro monatlich ein. Damit sind 20 Wochenstunden des Mitarbeiters abgedeckt, die übrigen zwölf stemmt das RaJuBi. So soll es nun bis maximal Ende Juni weitergehen, im Rahmen der Haushaltsplanberatungen stimmte der Ausschuss zu, für die Übergangsphase 11.000 Euro bereitzustellen.

Jennifer Schmidt und ihr Team sollen biss dahin neue Fördermittel erschließen. „Es wird neue Ausschreibungen geben, darauf bewerben wir uns. Und ich denke, wir werden dabei erfolgreich sein" – die Geschäftsführerin des Jugendbildungshauses gab sich optimistisch. Mittelfristig soll die Radstation sogar ausgebaut werden – zum attraktiven, öffentlichen Treffpunkt. Alles eine Frage der Finanzen.

Dieser Artikel erschien am 30.11.2018 im Haller Kreisblatt


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