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Engpass bei Fahrradstellplätzen am Bielefelder Hauptbahnhof

08.01.19
Kategorie: Aktuelles

Anfang 2019 lässt die Bahn den alten Güterschuppen, in dem die Radstation ist, abreißen. Doch bis ein Ersatz steht, wird es Jahre dauern.

Mit großen Worten verspricht die Stadt, den Radverkehr zu fördern. Doch am Hauptbahnhof wird es für mindestens drei Jahre einen Engpass an Fahrrad-Stellplätzen geben. Anfang 2019 lässt die Bahn den alten Güterschuppen, in dem die Radstation ist, abreißen. Doch bis ein Ersatz steht, werde es drei Jahre dauern, erklärte Nora Niebel vom Amt für Verkehr in der Bezirksvertretung Mitte. Die Politiker sind entsetzt. Und sie kritisieren, dass in der Übergangszeit die Zahl geschützter Stellplätze mehr als halbiert werde. Kompliziert ist die Lage, weil viele Akteure beteiligt sind. Die Fläche, auf der einmal die neue Radstation deutlich moderner als die alte entstehen soll, gehört der Bahn. Doch die neue Station soll die Stadt bauen, wofür die Bahn die Fläche überlassen müsste. Betreiber der Station wären die Verkehrsbetriebe MoBiel. Gleichzeitig hofft die Stadt auf hohe Fördermittel, womit Land oder EU mit ins Boot kämen. Das neue Parkhaus soll mehr Plätze bieten Immerhin einigten sich die Beteiligten im Sommer im Grundsatz darauf, dass gemeinsam eine neue Radstation am Hauptbahnhof geplant wird – und zwar nah zum Eingang. Weil das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude selbst aber nicht in Betracht kommt, bleibt als nächster Standort der heutige des alten Güterschuppens, der in keinem guten Zustand ist. Aber immerhin hat er aktuell 340 geschützte und überdachte Stellplätze, die Radfahrer mieten können. Das neue Projekt soll aber nicht nur moderner sein, sondern auch auf Dauer einem größeren Bedarf an Stellplätzen gerecht werden. Wie und was genau geplant wird, ist aber offen. Derzeit lässt die Stadt eine Machbarkeitsstudie fertigen. Mit der rechnet Niebel aber frühestens im zweiten Quartal 2019. Bis aus ihr aber konkrete Pläne, Bauantrag und Zuschussanträge erarbeitet sind, wird es dauern. Dann kommt das Ausschreibungsverfahren, die Finanzierung ist zu klären und der Bau direkt an der Bahnstrecke dürfte kompliziert werden. Aber alle versichern, dass sie das Projekt wollen. Bahnhofsmanager Martin Nowosad: „Wir haben daran ein fundamentales Interesse." Große Probleme in der Übergangszeit Doch die Übergangszeit stellt die Stadt vor große Probleme: Sie hat sechs Flächen, teils in der früheren Hauptpost, geprüft und schlägt drei zur Nutzung vor. Das würde schon 180.000 Euro kosten, bedeutet aber, dass nur 140 Stellplätze bleiben. Das halten Politiker, aber auch der Verkehrsclub VCD für nicht ausreichend. Der VCD fordert, dass mindestens im bisherigen Umfang Abstellplätze geschaffen werden. Die Bezirksvertretung stimmte zwar erstmal dem Vorschlag für Übergangsplätze zu, fordert aber die weitere Prüfung. Dieter Gutknecht (Grüne): „Wir sind sehr betrübt über das Ergebnis." Hinzu komme, dass es auf dem Vorplatz rechts vom Bahnhofseingang „einen hohen Parkdruck" gebe. Immer wieder kritisieren die Politiker, wie chaotisch es an den unbewachten Fahrradstellplätzen aussieht. Niebel erklärte aber, dass das Problem so nicht zu lösen sei: „Nicht jeder will fürs Abstellen des Rades bezahlen." Sie hält die Reduzierung der geschützten Abstellplätze aber zunächst für denkbar, weil ohne Radstation weniger Radfahrer dafür zahlen würden und auch die Station nicht immer voll sei. Übergangsplätze etwa hinter der Post oder an der Joseph-Massolle-Straße stadtauswärts hält Niebel für wenig sinnvoll: „Je weiter sie weg sind, desto weniger werden sie genutzt."

Dieser Artikel ist erschienen am 16.11.2018 in der Neuen Westfälischen


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