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Radstation Gronau soll sicherer werden

09.07.18
Kategorie: Aktuelles

Die Stadt Gronau führt für die Radstation am Bahnhof ein chip-geschützes Zugangssystem ein. Das Abstellen von Fahrrädern soll aber weiterhin kostenlos sein. Zudem ist geplant, die Räume der ehemaligen Fahrradwerkstatt an der Radstation künftig den Mitarbeitern der Zentralen Bau- und Umweltdienste (ZBU), die für die Pflege des Laga-Geländes zuständig sind, als Aufenthalts- und Abstellraum zur Verfügung zu stellen. Einen entsprechenden Beschluss fasste am Montagabend der Bauausschuss.

Die Fahrradwerkstatt der Rad­station steht seit Ende März 2018 leer, nachdem sich auch der letzte Betreiber zurückgezogen hat. „Trotz mietfreier Überlassung des Objektes ist ein wirt­schaftlicher Betrieb der Fahrradwerk­statt aufgrund fehlender Ausstellungs-und Verkaufsflächen nicht möglich“, machte die Verwaltung im Ausschuss deutlich. Mit dem Leerstand des Objek­tes ergeben sich für die Stadt allerdings Probleme: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club NRW ( ADFC ) ist Inha­ber und Lizenzgeber der eingetragenen Marke „Radstation“. In diesem Zusam­menhang hat sich die Stadt verpflichtet, bestimmte Kriterien zu erfüllen. Zu den Kerndienstleistungen gehören die bewachte Fahrradaufbewahrung sowie Pannenhilfe, Fahrradwartung und Fahr­radreparatur. Der ADFC sieht daher die jetzige Situation der Radstation kritisch und hat den Entzug der Marke „Radsta­tion“ in Aussicht gestellt.

Negativ auch: Die Radstation dient zuweilen in den Nachtstunden als Treff­punkt für die lokale Drogen- und Obdachlosenszene. Ein diebstahlge­schütztes Unterstellen von Fahrrädern sei nicht gewährleistet.

Vor einigen Jahren wurde die Station kurzzeitig mit Zugangssystem betrieben. Das Modell wurde aber aufgrund der Gebührenpflicht nicht angenommen. „Die meisten Radfahrer stellten ihre Räder ungeordnet und behindernd auf dem Bahnhofsvorplatz ab“, so die Ver­waltung im Papier für den Ausschuss. Deshalb soll jetzt ein neues chip-geschützes Zugangssystem eingeführt werden. Die Aushändigung des Zugang-Chips erfolgt gegen Hinterlegung einer Kaution. Die Kosten für ein chip­gestütztes Zugangssystem belaufen sich auf rund 6000 Euro.

Die Verwaltung geht davon aus, dass die Radstation bei Verzicht auf eine Benutzungsgebühr, weiterhin von vie­len Radfahrern genutzt wird, da die Vor­teile, wie witterungsgeschütztes Abstel­len und kontrollierte Nutzung, überwie­gen. Durch das Zugangssystem wird auch erhofft, dass die örtliche Drogen-und Obdachlosenszene die Radstation nicht mehr als Übernachtungsmöglich­keit nutzt.

Für Radfahrer, die die Radstation nicht nutzen möchten, sollen zusätzlich auf dem Bahnhofsvorplatz Fahrrad-Bügel bereitgehalten werden (Verlagerung vom Laga-Gelände).

Einen weiteren Effekt verspricht sich die Verwaltung auch davon, die leerste­henden Räume der Fahrradwerkstatt für die ZBU-Mitarbeiter zu nutzen, die die Pflege der Anlagen auf dem Laga-Gelände erledigen. Derzeit haben sie für den Aufenthalt und die Unterbringung von Geräten Räume im IZG-Gebäude, für die jährliche Mietkosten von rund 4000 Euro anfallen. Diese Kosten lie­ßen sich durch einen Umzug sparen, zudem wäre die Reinigung und War­tung der Abstellanlage auf diese Weise sichergestellt. Im Ausschuss gab es Stimmen, die gegen den Aufbau der Radbügel waren, weil erneut ein Wild­wuchs beim Abstellen der Räder befürchtet wird. Andere wollten keinen Bezug der Fahrradwerkstatt durch ZBU-Mitarbeiter, weil dadurch mögliche andere Planungen im Bahnhofsbereich behindert werden könnten. Am Ende wurde aber der Verwaltungsvorschlag beschlossen.

Der Artikel stand am 04.07.2018 in den Westfälischen Nachrichten (Autor: Klaus Wiedau).


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