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Radstation Werne mit neuem Betreiber

07.12.18
Kategorie: Aktuelles

Die Radstation am Werner Bahnhof ist gerettet. Die Awo DasDies GmbH, die bereits sieben solcher Stationen betreibt, steigt zum 1. Januar ein. Es gibt mehr Service, allerdings steigen die Preise.

Ein Artikel aus den Ruhr Nachrichten von Jörg Heckenkamp

Werne, 23.11.2018

Das evangelische Perthes-Werk, das die Radstation elf Jahre betrieb, hat in dieser Woche offiziell das Aus zum Jahresende 2018 verkündet. Eine Fortführung wäre nur unter hoher Kostenbeteiligung der Stadt denkbar gewesen. Nun hat sich ein anderer, erfahrener Betreiber gefunden: die DasDies Service GmbH der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Sie betreibt bereits sieben Radstationen im Kreis Unna und will ihre Erfahrung auf Werne übertragen. „Maximal 40.000 Euro im Jahr.“ Frank Adamietz vom Kommunalbetrieb über die Kosten, die auf die Stadt Werne zukommen könnten. Das bedeutet etwa die Einführung eines Chip-Systems für die Kunden. Sie können dann jederzeit rund um die Uhr ihr Fahrrad selbst in der Halle abstellen beziehungsweise herausholen; das bedeutet einen Fahrradverleih, ab Frühjahr auch von E-Bikes: das bedeutet die Nutzung aller anderen DasDies-Stationen mit dem einen Chip. „Außerdem wollen wir die Abstellungsanlage am Busbahnhof Werne mit in das Chip-System einbinden“, sagt Geschäftsführer Maciej Kozlowski. So könnte der Kunde mit seinem Zugangschip beide Anlagen in Werne (plus die im Kreis Unna) gleichermaßen nutzen.

Kosten für Jahresticket steigen
Das hat seinen Preis: Die Kosten für das Jahresticket steigen von aktuelle 85 auf 100 Euro (Schüler: 50 Euro). Die Monatsgebühr klettert von 8,50 auf 10 Euro, das Tagesticket bleibt bei 1 Euro. Außerdem will der neue Betreiber den Kiosk schließen. Kozlowski: „Den wollen wir nicht weiterführen.“ Bestehen bleibt dagegen die Werkstatt für kleinere Reparaturen und Service-Leistungen. „Da wollen wir uns mit dem örtlichen Fachhandel kurzschließen“, sagt DasDies-Vertreter Stefan Rose, „wir wollen keine billige Konkurrenz sein“. Für die Stadt Werne bedeutet der Betreiberwechsel Mehrausgaben. Denn bislang hatte die Stadt nichts mit der Anlage zu tun. Nun trägt sie, wie die anderen Kommunen im Kreis Unna mit Radstation auch, einen Teil der Kosten. „Maximal 40.000 Euro im Jahr“, sagt Franz Adamietz vom Kommunalbetrieb Werne, „vermutlich aber nur die Hälfte“. Er hofft auf entsprechende Unterstützung durch den Kreis Unna wie bei den anderen Kommunen.

Zwei Festangestellte
Die Awo-Einrichtung fährt inhaltlich ein anderes Konzept als der Noch-Betreiber Perthes-Werk. Der setzte auf die Beschäftigung von geförderten Arbeitsmöglichkeiten beispielsweise für Langzeitarbeitslose. Doch diese Fördermöglichkeiten sind in Zeiten eines brummenden Arbeitsmarktes in Gefahr. Daher auch die Kündigung für den Vertrag der Werner Radstation. Die Awo arbeitet hauptsächlich mit Festangestellten, in Werne sollen es zunächst zwei sein. Möglicherweise, so Kozlowski, könnte der ein oder andere über Förderprogramme mal hinzukommen. Personell besetzt sein soll die Station nach einer Übergangszeit (bis zur Installation des Chip-Systems) von 9 bis 18 Uhr. Bis dahin und vom 2. Januar an gelten die alten Öffnungszeiten werktags von 5.30 bis 19 Uhr.

Noch nicht genau geklärt ist die 14-tägige Übergangszeit von der angekündigten Schließung durch das Pertheswerk am 14. Dezember bis Anfang Januar. „Das sind sieben Arbeitstage“, sagt Frank Adamietz vom Kommunalbetrieb Werne, „dafür lässt sich sicherlich eine Lösung finden“.

 

 


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